Erstmalige englischsprachige Seminarfacharbeit
Am Staatlichen Thüringischen Rennsteig-Gymnasium Neuhaus am Rennweg wurde in diesem Schuljahr ein besonderes Projekt erfolgreich umgesetzt: Erstmals entstand eine Seminarfacharbeit vollständig in englischer Sprache. Dass dieses Vorhaben nicht nur realisiert, sondern auf außergewöhnlich hohem Niveau
abgeschlossen wurde, ist dem Engagement aller Beteiligten zu verdanken.
Unter dem Titel „The implementation of bilingual modules in the timetable of the Staatliches Thüringisches Rennsteig-Gymnasium Neuhaus am Rennweg in grades 9 and 10 – an opportunity for additional improvement of English language skills“ untersuchten die Schülerinnen Paula Schlegel, Angelina Neumann, Stella Pechtold und Marlene Erfurth die Einführung bilingualer Module in den Klassenstufen neun und zehn.
Bewusst entschieden sie sich, ihre Arbeit vollständig in englischer Sprache zu verfassen. Dies war ein Schritt, der angesichts der zunehmenden Bedeutung der englischen Sprache in Studium und Beruf ebenso folgerichtig wie ambitioniert war. Neben der theoretischen Auseinandersetzung entwickelten sie als praktischen Eigenanteil ein bilinguales Unterrichtsmodul für das Fach Wirtschaft und Recht mit dem Schwerpunkt
Strafrecht. Gerade dieses Themenfeld, das Jugendliche besonders anspricht, eignet sich in hohem Maße für einen bilingualen Zugang. Die Verbindung von Fachinhalten und Fremdsprache wurde dabei überzeugend umgesetzt.
Die Herausforderungen waren beträchtlich: Wissenschaftliches Arbeiten in englischer Sprache verlangt einen sicheren Umgang mit Fachterminologie und differenzierter Argumentation. Hinzu kam, dass einschlägige Literatur zu bilingualen Modulen häufig in deutscher Sprache vorliegt und gedanklich wie sprachlich übertragen werden musste. Mit großer Sorgfalt, Durchhaltevermögen und Teamgeist meisterten die Schülerinnen diese Anforderungen.
Seminarfachlehrerin Frances Höllein begleitete die Schülerinnen zusätzlich im Rahmen des Seminarfaches und bot Orientierung im wissenschaftlichen Arbeitsprozess sowie methodische Anregungen, wodurch ein stabiler Rahmen für die Arbeit geschaffen wurde. Lisa-Kristin Pohl, ermöglichte es, sowohl die sprachliche Präzision als auch die fachliche Tiefe des wirtschaftlich-rechtlichen Themas als Fachbetreuerin der Arbeit zu unterstützen.
So steht am Ende eine Leistung, die fachliche Tiefe, sprachliche Kompetenz und engagierte Zusammenarbeit vereint, ein starkes Zeichen für das Potenzial der Schülerinnen und die Qualität schulischer Begleitung.
Das Projekt fügt sich zugleich stimmig in das Profil des Gymnasiums als Europaschule in Thüringen ein. Europaschulen stehen für vertiefte Fremdsprachenbildung, bilinguale Unterrichtsangebote, interkulturelle Kompetenz sowie projektorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten mit europäischem Bezug. Die nun vorgelegte Seminarfacharbeit setzt diese Leitgedanken eindrucksvoll in die Praxis um.
Im abschließenden Kolloquium präsentierten die vier Schülerinnen ihre Ergebnisse souverän und reflektiert. Die fachliche Durchdringung des Themas, die klare Struktur der Argumentation und die überzeugende
sprachliche Gestaltung machten deutlich, wie intensiv und gewissenhaft gearbeitet wurde und überzeugte die Prüfungskommission.