Berufs- und Studienorientierung

Das Rennsteig-Gymnasium hat sich das Ziel gesetzt, die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zur Studien- und Berufswahl, welche heute komplexer und vielfältiger denn je ist, zu unterstützen. In einer raschen Zeit des Wandels der Arbeits- und Berufswelt ist es sehr wichtig, die Schüler mit den Möglichkeiten, die ihnen die Berufswelt bietet, vertraut zu machen und sie nach besten Möglichkeiten bei ihrer Berufsfindung und -wahl zu unterstützen.

Es ist Aufgabe der Schule, die Jugendlichen auch auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt vorzubereiten. Das Gymnasium Neuhaus möchte daher fächerübergreifend Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Berufswahlvorbereitung vermitteln, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen bzw. Interessen klären und lernen, sich selbst einzuschätzen, um am Ende ihrer Schulzeit eine begründete Wahlentscheidung treffen zu können. Ebenso zentral ist das Ziel, Orientierungshilfen im individuellen Prozess der Berufswahl anzubieten, um eine begründete Wahl der Prüfungsfächer für die Oberstufe vorzubereiten.

Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes ist dabei die Öffnung der Schule; weiterhin sind wir bestrebt, Unternehmen und Institutionen der Region als außerschulische Lernorte und Experten einzubinden, die den Schülerinnen und Schülern authentische Erfahrungsräume bieten.

Die Vermittlung fachlicher Kompetenzen ist das Kernstück des Unterrichts. Alle Fächer sind aufgefordert, einen Beitrag zur Berufsorientierung zu leisten. Besonders in den Fächern Deutsch, Ethik sowie Wirtschaft und Recht werden spezielle Unterrichtsinhalte vermittelt, die auf die Berufswahl vorbereiten.

Im Unterrichtsfach Deutsch werden Grundkenntnisse zum Erstellen eines tabellarischen Lebenslaufes und eines Bewerbungsschreibens erarbeitet sowie das Vorstellungsgespräch geübt. Gleiches wird im Englischunterricht behandelt. Zusätzlich beschäftigt man sich mit aktuellen Themen, die Bezüge zur Arbeitswelt und Studienorientierung herstellen, oder beschreibt Berufsprofile.

Das Fach Wirtschaft und Recht bietet vielfältige Bezüge zur Berufsorientierung. Beispielsweise gibt es in der neunten Klasse eine Unterrichtseinheit zum Thema „Berufs- und Studienorientierung“. Hier werden vor allem ausgewählte Ausbildungswege und Anforderungsprofile beschrieben. In der Klasse 11 lernen die Jugendlichen die Auswirkungen des Strukturwandels durch neue Technologien kennen und können daraus die Bedeutung von Qualifikationen für die beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt ableiten.

Vor Jahren schlossen wir eine Vereinbarung mit dem Berufsbildungszentrum SAZ Sonneberg ab (Berufsstart 3.0), um frühzeitig mit der Berufs- und Studienorientierung zu beginnen. Zur Bestimmung individueller Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wird am Beginn des ersten Halbjahres 2025/26 für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 eine Potenzialanalyse absolviert, der sich eine Berufsfelderkundung im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2025/26 anschließt.

Innerhalb einer Woche lernen die Jugendlichen fünf unterschiedliche Berufsfelder kennen und können sich praktisch ausprobieren. Die Berufsfelderprobung im Schuljahr 2025/26 für die jetzige Klassenstufe 9 erfolgt ebenfalls im ersten Halbjahr. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein Berufsfeld eine Woche lang genauer kennenzulernen.

Das Betriebspraktikum am Ende der neunten Klasse berücksichtigt einerseits die Interessen der Schülerinnen und Schüler und ermöglicht andererseits einen praxisnahen Einblick in Berufsbilder, die ein Abitur oder Studium voraussetzen. Es ist am Gymnasium Neuhaus verpflichtend für alle und umfasst neun Arbeitstage am Schuljahresende.

Nach entsprechender Praktikumsvorbereitung an der Schule sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten,

  • ein (bzw. zwei) Berufsbild(er) zu finden, das/die ihrer schulischen Ausbildung sowie ihren individuellen Fähigkeiten und Intentionen entspricht/entsprechen,

  • Bewerbung und Vorstellungsgespräch zu üben,

  • technische, wirtschaftliche und soziale Strukturen eines Unternehmens oder einer Einrichtung kennenzulernen und

  • erste Erfahrungen in einem angestrebten Berufsfeld zu sammeln.

Dazu treten sie mit dem Unternehmen in Kontakt und absolvieren neun Arbeitstage. Die gesammelten Erfahrungen werden zu Beginn der Klasse 10 reflektiert. Zusätzlich erstellen die Praktikantinnen und Praktikanten einen Praktikumsbericht, der anschließend von der betreuenden Lehrkraft benotet wird.

Jede Schülerin bzw. jeder Schüler muss im Verlauf der Qualifizierungsphase in der Sekundarstufe II eine Seminarfacharbeit schreiben. Auf die Erstellung dieser Arbeit werden die Lernenden durch die Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden und Seminarfachthemen bereits in Klasse 10 vorbereitet.

Ein Kooperationsvertrag mit der AOK unterstützt die Seminarfachlehrerinnen und -lehrer der Klasse 10. Externe Experten vermitteln und begleiten Themen aus der Praxis von Unternehmen, Institutionen und Organisationen. Durch einen handlungsorientierten Unterricht unter Einbeziehung unternehmerischen Denkens und Handelns sollen die Schülerinnen und Schüler aktiviert und motiviert werden. Dabei erleben sie praxisnah Berufs- und Studienwahlmöglichkeiten.

In den Klassen 11 und 12 wird die Berufsorientierung verstärkt studienorientiert ausgerichtet. Um diese weiter zu intensivieren, ist vorgesehen, die bestehende Zusammenarbeit mit Studieneinrichtungen durch Kooperationsverträge mit der Universität Jena und der FH Schmalkalden zu manifestieren.

Im Rahmen des durch die Schulkonferenz beschlossenen Konzepts zum LaaO ist für die Klassenstufe 11 eine Exkursion zum Besuch einer Studieneinrichtung vorgesehen. Zu diesem Zweck besuchen die Schülerinnen und Schüler Anfang Mai 2026 die Berufs- und Studienmesse „vocatium“ in Erfurt. Der Besuch wird im Unterricht im Vorhinein vorbereitet.

Der Besuch regionaler Berufs- und Ausbildungsmessen wie der „go future“ oder der „famos“ wird von der Schule selbstverständlich ermöglicht und ausdrücklich erwünscht.

Weiterhin ist ein Betriebspraktikum durch die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 am Ende des zweiten Halbjahres zu absolvieren. Dabei sollen die bisherigen Berufswahlentscheidungen reflektiert und in der Praxis überprüft werden. Im Unterricht wird das Praktikum im Anschluss individuell ausgewertet.

Die Projekttage zum Schuljahresende 2026 bieten speziell dem 11. Jahrgang sowie der gesamten Oberstufe im Rahmen des Schülerparlaments die Möglichkeit, im Zusammenhang mit der jährlichen Titelverteidigung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kommunikative und pädagogische Fähigkeiten weiterzuentwickeln sowie Führungsqualitäten bei jüngeren Schülerinnen und Schülern zu erproben. Dies geschieht im Interesse der Wahrnehmung demokratischer Verantwortung für die Schulgemeinschaft.

Das Angebot einer MINT-Werkstatt soll in Kooperation mit qualifizierten außerschulischen Partnern fortgeführt werden. Es richtet sich an interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 12 und dient der Studien- und Berufsorientierung.

Der Berufswahlprozess der Schülerinnen und Schüler wird kontinuierlich durch unsere Berufsberaterin Frau Matthes von der Bundesagentur für Arbeit begleitet. Gemeinsam werden Informationsveranstaltungen für Eltern sowie für die Jugendlichen am Gymnasium organisiert. Darüber hinaus steht sie für individuelle Beratungsgespräche zur Verfügung.

In Absprache mit der Agentur für Arbeit wird Anfang des Jahres 2026 zudem ein studienfeldbezogener Beratungstest für alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 an der Schule durchgeführt. Dabei können die Jugendlichen überprüfen, ob ein eventuell angestrebter Studiengang zu ihren Interessen und Fähigkeiten passt.